Definition
Der Nutfüllgrad ist der prozentuale Anteil des Nutvolumens, den der eingebaute O-Ring einnimmt.
Füllgrad % = O-Ring-Volumen ÷ Nutvolumen × 100
Je nach Dichtungsgeometrie wird das vollständige Ring- und Nutvolumen oder bei einer konstanten umlaufenden Nut das Verhältnis der Querschnittsflächen verwendet. Entscheidend ist, dass Zähler und Nenner dieselbe geometrische Grundlage besitzen.
Raum für Ausdehnung lassen
Gummi ist praktisch inkompressibel: Unter Last ändert er hauptsächlich seine Form und kaum sein Volumen. Erwärmt er sich oder quillt im Betriebsmedium, benötigt er zusätzlichen Raum. Ist die Nut bereits voll, erzeugt der Ring hohe Spannungen, kann extrudieren und verliert an Dichtungszuverlässigkeit.
Der Freiraum muss nicht nur die Nennabmessungen berücksichtigen. Der größte Ringquerschnitt, die kleinste Nut, Wärmeausdehnung, Medienquellung und Fertigungstoleranzen können gemeinsam den ungünstigsten Füllgrad erzeugen.
Typische Grenzen
Das anwendbare Fenster hängt vom verifizierten Parker-Modul ab. Flächendichtungen verwenden für Flüssigkeit 60–90 % und für Gas 75–98 %. Vakuum wird als technische Interpretation der gemeinsamen schmalen Vacuum/Gas-Nutreferenz ebenfalls 75–98 % zugeordnet und nicht als separat beobachteter Idealwert dargestellt. Die fünf radialen Schnurstärkenbereiche verwenden 60–90 %.
Für eine nicht standardisierte Schnurstärke interpoliert der Rechner kein Prüfkriterium. Er zeigt die vollständige Toleranzkette und berücksichtigt die erwartete Medienquellung ausschließlich im Fall des maximalen O-Ring-Volumens. Vor einer Freigabe sind konkrete Mischung, Temperatur, Quellung und geltende Konstruktionsnorm zu bestätigen.