Der Unterschied
Bei einer statischen Dichtung gibt es keine Relativbewegung über die Dichtstelle: Die abgedichteten Bauteile bewegen sich nicht gegenüber dem Ring. Eine dynamische Dichtung muss Bewegung aufnehmen, beispielsweise die Hubbewegung einer Stange oder eines Kolbens.
Was Bewegung verändert
Dynamischer Betrieb erfordert meist geringere Verpressung zur Begrenzung von Reibung und Wärme, eine feinere Oberfläche der bewegten Gegenfläche, kontrollierte Schmierung und besondere Beachtung des Dichtspalts. Derselbe Nennring, der statisch unkritisch ist, kann bei Bewegung heißlaufen, verschleißen, sich verdrehen oder extrudieren.
Auch Geschwindigkeit, Hublänge, Druckwechsel, Exzentrizität und Stillstandszeiten beeinflussen die dynamische Funktion. Ein Werkstoff mit guter chemischer Beständigkeit ist nicht automatisch verschleißfest genug für Bewegung.
Folgerung für die Auslegung
Wählen Sie den Rechner passend zur Belastungsart. Der Rechner für radiale statische Dichtungen bewertet statische Verpressung und Füllgrad. Der Rechner für radiale dynamische Dichtungen ergänzt Prüfungen für Reibung, Oberflächengüte und Schmierung bei Hubbewegung. Eine Anwendung mit Drehbewegung benötigt dagegen ein eigenes Dichtungskonzept; Hubregeln dürfen nicht ungeprüft auf rotierende Wellen übertragen werden.