Die wichtigste Regel
EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) eignet sich hervorragend für Wasser, Dampf, glykolbasierte Bremsflüssigkeit und viele polare Chemikalien. Außerdem besitzt es eine ausgezeichnete Witterungs- und Ozonbeständigkeit. In Mineralölprodukten quillt es jedoch stark. EPDM darf niemals mit Mineralöl, Hydrauliköl, Kraftstoff oder mineralölbasiertem Fett eingesetzt werden. Diese Unverträglichkeit ist der häufigste EPDM-Fehler und führt besonders schnell zum Dichtungsausfall.
Wo EPDM überzeugt
- Heißwasser und Dampf. EPDM ist ein Standardelastomer für Wasser- und Dampfanwendungen, in denen FKM und NBR an Grenzen stoßen.
- Bremsflüssigkeit. Glykolbasierte Bremsflüssigkeiten DOT 3, 4 und 5.1 greifen NBR und FKM an, sind aber für geeignete EPDM-Mischungen typisch.
- Witterung, Ozon und UV. EPDM altert im Freien wesentlich langsamer als Nitrilkautschuk und wird häufig für Außen- und Dachabdichtungen verwendet.
- Polare Flüssigkeiten und viele Chemikalien. Ketone, Alkohole, verdünnte Säuren und Laugen sowie Phosphatester-Hydraulikflüssigkeiten sind im Allgemeinen verträglich.
- Kälte. Gute Tieftemperaturflexibilität, bei geeigneten Mischungen typischerweise bis etwa −50 °C.
Wo EPDM versagt
- Mineralöl, Kraftstoff und Fett. Starke Quellung – die klassische Fehlanwendung.
- Mineralölbasierte Hydrauliksysteme. Dasselbe Problem; hier sind NBR oder FKM geeigneter.
- Aromatische und chlorierte Lösemittel. Im Allgemeinen geringe Beständigkeit.
| Medium | EPDM | Bessere Alternative bei ungeeignetem EPDM |
|---|---|---|
| Heißwasser / Dampf | Ausgezeichnet | — |
| Glykol-Bremsflüssigkeit | Ausgezeichnet | — |
| Ozon / Witterung / UV | Ausgezeichnet | — |
| Mineralöl / Hydrauliköl | Schlecht (Quellung) | NBR oder FKM |
| Benzin / Dieselkraftstoff | Schlecht (Quellung) | Kraftstoff-NBR oder FKM |
| Aromatische Lösemittel | Schlecht | FKM |
Temperaturbereich
Schwefelvernetztes EPDM wird üblicherweise von etwa −50 °C bis +120 °C eingesetzt. Peroxidvernetzte Güten erreichen ungefähr +150 °C und weisen häufig einen besseren Druckverformungsrest auf. Temperatur und Medium müssen immer gemeinsam erfüllt sein – eine chemisch verträgliche Flüssigkeit führt bei zu hoher Temperatur dennoch zum Ausfall.
Auswahl zwischen EPDM, NBR und FKM
Diese drei Elastomere decken zusammen einen großen Teil industrieller Dichtungsaufgaben ab:
- Wasser, Dampf, Bremsflüssigkeit, Außenbewitterung → EPDM.
- Mineralöl, Hydrauliköl, die meisten Kraftstoffe nahe Raumtemperatur → NBR.
- Heißöl, Kraftstoff, aggressive Chemikalien → FKM.
Treffen Sie zuerst die richtige Medienauswahl und dimensionieren Sie danach den Ring für passende Verpressung und Nutfüllung. Die EPDM-Werkstoffseite nennt den allgemeinen Temperaturbereich und weitere Einsatzhinweise. Die Freigabe muss anhand der konkreten Mischung erfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Kann EPDM mit Öl eingesetzt werden? Nein. In mineralischen Ölen, Kraftstoffen und Fetten quillt EPDM stark. Verwenden Sie für Öl NBR oder FKM und setzen Sie EPDM für Wasser, Dampf, Bremsflüssigkeit und Witterung ein.
Ist EPDM für Dampf geeignet? Ja. Geeignete EPDM-Mischungen gehören zu den Standardlösungen für Heißwasser und Dampf, während Nitril- und Fluorkautschuk dort häufig schlechter abschneiden.
Funktioniert EPDM mit Bremsflüssigkeit? Mit glykolbasierten Flüssigkeiten DOT 3, 4 und 5.1 im Allgemeinen ja; dies ist eine typische EPDM-Anwendung. Silikonbasierte DOT-5-Flüssigkeit besitzt eine andere Chemie und muss separat geprüft werden.